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"Flor Real" - Braunes Gold aus Costa RicaAls der Schwabe Kurt-Joachim Brandt 1996 nach Costa Rica reist, will er Land und Leute kennen lernen, um deutsche Genussmittel in das lateinamerikanische Land zu exportieren. Doch wie es das Schicksal will, führt sein Weg bald in die entgegengesetzte Richtung. Kurt Brandt erliegt dem Charme Costa Ricas - jener wilden Naturschönheit - und er ist begeistert vom würzigen Geschmack der einheimischen Zigarren. Besonders eine Marke, mit rotgoldener Bauchbinde und dem aristokratischen Namen "Flor Real" (königliche Blume), hat es ihm angetan. Für den Mann aus Kirchheim/ Teck ist sie eine Zigarre mit Charakter, die durch ihre feinen Aromen eine geschmackliche "Identität" besitzt. Für ihn steht fest: Er muß die handgerollte Schönheit nach Deutschland bringen - der kaum noch überschaubaren Vielfalt auf dem Zigarrenmarkt zum Trotz. Kurz entschlossen setzt sich Brandt mit dem "padron" der "Tabacalera Pintor" in Verbindung. Claudio Pintor senior kam vor mehr als 50 Jahren von Nordspanien nach Costa Rica, gründete eine Manufaktur nahe der Stadt Cartago und rollte Zigarren unter dem klangvollen Namen "Flor de Cuba". Schon nach wenigen Jahren florierte der Handel vor allem mit den Vereinigten Staaten, während die US-amerikanischen Fachzeitschriften "Pintors cigars" lobten. Nachdem der Zigarrenmacher seine Manufaktur 1970 in die Hauptstadt San José verlegt hatte, wurde er von seinen beiden Söhnen unterstützt. Claudio junior kümmerte sich dabei um die Produktion, sein jüngerer Bruder Ricardo baute unterdessen den Kontakt zum Tabakhandel im nicaraguanischen Estelí aus. Gleichzeitig emanzipierte sich ihre Marke "Flor de Cuba" vom großen Vorbild und fortan hieß die Zigarre "Flor Real". Als 1996 dann Kurt-Joachim Brandt den Zigarrenmachern vorschlägt, die "Flor Real" nach Deutschland zu exportieren, trifft er auf offene Ohren. Mit der Eröffnung einer eigenen Kistenfabrik und einer zweiten Zigarrenfirma in Nicaragua, hatten die Pintors ihre geschäftlichen Aktivitäten besonders im Nachbarland ausgedehnt, während der Sohn Claudio weiterhin die Manufaktur in San José betreut. Als dieser jedoch an Diabetes verstirbt, übernehmen Ricardo Pintor und Kurt Brandt die Leitung der costaricanischen Produktion. Inzwischen war die "Flor Real" in Deutschland auf positive Resonanz gestoßen und hatte sich ihren Platz im Fachhandel erarbeitet. Dafür ist Kurt-Joachim Brandt zum "Reisenden zwischen zwei Welten" geworden - immer wieder pendelt er zwischen Deutschland und dem mittelamerikanischen Staat. So muss er sich in der "Alten Welt" um die Einfuhr und den Vertrieb der "Flor Real" kümmern und gleichzeitig, auf der anderen Seite des Atlantiks, ein wachsames Auge auf die Verarbeitung der Longfiller haben. Einige Monate später siedelt Kurt Brandt endgültig nach Costa Rica über, um den Qualitätsstandard zu sichern, wie ihn deutsche Aficionados von hochwertigen Longfillern erwarten. Die Zusammenarbeit mit Ricardo Pintor stößt jedoch immer wieder auf Hindernisse; zu unterschiedlich sind die Ansichten zwischen dem Europäer und dem Lateinamerikaner und es kommt zur Trennung. Brandt will an diesem Punkt jedoch nicht halt machen. Kurz entschlossen eröffnet er mit seiner Firma ITC (Inversiones Tabacom de Costa Rica) eine eigene Manufaktur, kontrolliert nun das Zugverhalten der handgerollten Zigarren mit einem "Drawmaster" und die Fertigung geht weiter. Tatsächlich scheinen solche Widerstände den Schwaben nur noch weiter voranzutreiben. Auszug aus »Die Tabak Zeitung« (20/2003): |
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