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Impressionen der besonderen Art: |
Costa Rica - der Reiz der GegensätzeJanuar 2001 Costa Rica ist ein tropisches Land mit zwei Jahreszeiten. Der Sommer, "verano", dauert von Dezember bis April, der Winter, "invierno", entsprechend von Mai bis November. Vergleichsweise wenig Regen fällt in den ersten Monaten des Jahres. Deshalb hatten wir Ende Januar für diese besondere Reise gewählt. Mit dabei waren Siegfried Schäuble, Inhaber eines besonderen Tabakladens in Stuttgart am Hölderlinplatz, Tobias Aichele, Journalist, Porschebuch-Autor und Oldtimer-Enthusiast sowie Kurt Brandt, Praesidente Inversiones Tabacom S.A. Costa Rica, Generalimporteur der costaricanischen Premiumzigarren "Flor Real", der für uns die notwendigen Kontakte geknüpft und uns das Land mit all seinen Schönheiten gezeigt hat. Da wir nur eine Woche Aufenthalt geplant hatten, waren die Termine eng gesteckt. So trafen wir auch gleich am ersten Abend Mariano Ramirez Steller, Porsche-Fan und Praesidente der "Grupo Corporativo Saret", im "Tara", einem malerisch gelegenen Hotel, das auf der nördlichen Anhöhe Costa Ricas liegt. Von San José aus erreicht man diesen erholsamen Ort in nur 15 bis 20 Minuten, indem man den Highway "southeast" bis Escazu befährt. Von dort ist es ausgeschildert. die Straße schlängelt sich ziemlich steil den Berg hinauf und ist in einem erbärmlichen Zustand mit vielen Schlaglöchern. Ab 18 Uhr wird es im Januar auch in Costa Rica stockdunkel. Wir genossen gerade den Ausblick auf das verschleierte Lichermeer von San José, als wir ein dumpfes Grollen hörten. Der Boden fing leicht an zu beben und ein roter Porsche Turbo 3.3 in der seltenen Targa-Version von 1988 kam um die Ecke. Mit einem letzten Fauchen schaltete der Motor ab und fing an zu knistern, wie es Fans der luftgekühlten Elfer so lieben. Mariano stieg aus und begrüßte uns herzlich. Wir schritten um den Wagen. Einen Turbo Targa, von dem insgesamt zwischen 1987 und 1989 lediglich 298 Stück gefertigt wurden, sieht man schließlich nicht allzu oft - aber ausgerechnet in Costa Rica. Mariano bat uns, am nächsten Morgen um 9 Uhr vor dem "Museo de los Ninos" zu sein. Das ehemalige Gefängnis überragt wie eine Festung die Stadt und macht Kindern durch moderne Medien die Technikgeschichte anschaulich. Es liegt in San José in der Calle 4, Avenida 11. Dazu muss der Reisende wissen, dass Adressen in der Innenstadt immer mit der nächst gelegenen Kreuzung angegeben werden. Als wir vor dem Museum ankamen, trauten wir unseren Augen nicht. In Reih und Glied waren rund 30 Porsche-Fahrzeuge aufgereiht. Mariano stellte uns vor und es gab eine herzliche Begrüßung. Danach wurde signiert, fotografiert und "Benzin geplaudert". Mariano blies zum Aufbruch. Etwa 25 Fahrzeuge nahmen an einer Ausfahrt zum 3423 Meter hoch gelegenen Vulkan Irazú teil. Der Konvoi schlängelte sich vollkommen artfremd durch das Straßenbild von San José in Richtung Osten. Dort gibt es sogar die sehr gut ausgebaute Hauptstrasse Nummer 2, die bis in das 23 Kilometer südöstlich von San José gelegene Cartago führt.
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Regrouping war in Cartago, bis 1823 Hauptstadt des Landes. Die koloniale Vergangenheit hat jedoch nur wenige Spuren hinterlassen, denn die meisten Bauten jener Zeit wurden durch Erdbeben oder Ausbrüche des nahegelegenen Vulkans Irazú zerstört. Aber es gibt heute ein religiöses Wahrzeichen, die Basilica des Nuestra Senora de los Angeles, zu deutsch: unsere Jungfrau der Engel. Dieser riesige byzantinische Bau wurde 1926 für die Schutzheilige Costa Ricas, La Negrita, erbaut. Am Tag der Heiligen, jeden 2. August eines Jahres, versammeln sich hier Tausende von Pilgern aus ganz Costa Rica - und jeder versorgt sich mit dem heiligen Wasser einer Quelle, die gleich hinter der Kirche entspringt. Am 21. Januar 2001 aber versammelten sich entlang der Basilica 25 Porsche-Fahrzeuge.
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Um die Mittagszeit fuhren wir weiter in den Nationalpark Irazú und passierten dabei das Stadtchen San Rafael, in dem sich die stark bewachte Residenz des amerkikanischen Botschafters befindet. Besonderen Spaß bereitete den Porsche Fahrern die Fahrt zum Vulkan auf sehr gut ausgebautewn Straßen. Eine Kurve folgt der anderen und die Porsche waren in ihrem Element. Der Irazú, Costa Ricas höchster Vulkan, brach am 8. Dezember 1994 mit einer kurzen aber gewaltigen Eruption sein beinahe 30-jahriges Schweigen. Zuletzt war er 1963 ausgebrochen, einen Tag vor der Ankunft des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy in Costa Rica zu einem seiner letzten Auslandsbesuche vor seiner Ermordung. Zwei Jahre lang mussten sich die Einwohner damals mit Regenschirmen vor der Asche schützen, die der Vulkan verstreute. Selbst das 55 Kilometer entfernte San José lag zeitweise unter einem schwarzen Mantel begraben. Heute können Besucher den Kratersee entlang bis zum Gipfelgrad wnadern. Der hellgrüne Kratersee liegt eingebettet zwischen schwarzen Hängen. "Linda Vista" heißt schöne Aussicht und genau die kann man hier in über 3000 Meter Höhe genießen. Manchmal reicht die Sicht in den Westen bis in die Karibik und im Osten bis an den Pazifik. In diesen Genuss kam die Porsche-Truppe. Auf der Rückfahrt wurde erst einmal ausführlich zu Mittag gegessen und das Fernsehen von Costa Rica, Canal 7, führte ein Interview mit dem Porsche-Club-Gründer Melvin Pereira und dem Stuttgarter Ehrengast. Zurück in San José und zufrieden mit diesem herrlichen Tag, ließen wir diesen bei einer guten Zigarre ausklingen.
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Am nächsten Tag kamen wir zum eigentlichen Anlass unserer Reise - zur Zigarrenmanufaktur von Claudio Pintor. Diese mittelständische Manufaktur befindet sich in San José und wurde ursprünglich in Nicaragua gegründet. Wir hatten im Vorfeld intensive Gespräche mit Kurt Brandt geführt und er bestätigte uns, dass dies eine Manufaktur mit entsprechender Flexibilität sei und darüber hinaus Pintor bereit sei, sich für eine besondere Edition zu engagieren. Mit dem Team der Manufaktur kreierten wir ein neues Format für die Mythos Solitude, eine etwas längere Corona. Akribisch erarbeiteten sie das Mischungsverhältnis des Longfillers. Wir rauchten Muster um Muster solange, bis Siegfried Schäuble nickte. Nun war er sich sicher: Diese Mischung ist etwas Besonderes, sie darf das Mythos Solitude-Logo tragen.
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Nachdem wir "unsere" Zigarre auf den Weg gebracht hatten, genossen wir in den letzten Tagen ausgiebig auch die karibische Seite Costa Ricas: morgens im warmen Wasser der Karibik schwimmen und nachmittags bis zum Sonnenuntergang einen schwülheißen Regenwald durchschreiten - Wasserfälle bestaunend und eine Vielzahl schönster Tiere beobachtend. Diese Reise hat uns ungeheuer beeindruckt und wird uns in jedem Sinne unvergesslich bleiben - einen ganz herzlichen Dank an Kurt Brandt, der uns dies alles ermöglicht hat.
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